Reisekrankheiten in Deutschland

Ein Urlaub in Deutschland verläuft meist unbeschwert. Doch auch auf kurzen Reisen können gesundheitliche Beschwerden auftreten. Wer die häufigsten Probleme kennt und einfache Vorsorgemaßnahmen trifft, ist besser vorbereitet. Dieser Überblick fasst allgemeine Hinweise zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung.

reisekrankheiten in deutschland
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Reiseübelkeit auf der Anreise

Reiseübelkeit, auch Kinetose genannt, entsteht, wenn Augen und Gleichgewichtssinn dem Gehirn widersprüchliche Signale senden, etwa im Auto, im Bus oder auf der Fähre. Typische Anzeichen sind Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und kalter Schweiß. Vorbeugen lässt sich mit einem Sitzplatz in Fahrtrichtung, dem Blick auf einen festen Punkt am Horizont, frischer Luft und leichter Kost vor der Fahrt. Bei einer Busreise durch Deutschland hilft oft ein Platz weiter vorne. Gegen stärkere Beschwerden gibt es rezeptfreie Mittel. Welches Präparat geeignet ist, klärt am besten die Apotheke.

Hitze, Sonnenstich und Sonnenbrand

An heißen Sommertagen, am Strand oder auf längeren Wanderungen belastet die Sonne den Körper. Ein Sonnenstich entsteht durch anhaltende Wärme auf dem ungeschützten Kopf und Nacken und zeigt sich unter anderem durch Kopfschmerzen, einen hochroten Kopf, Übelkeit und Schwindel. Sonnenbrand schädigt die Haut. Zur Vorsorge gehören eine Kopfbedeckung, Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor, Pausen im Schatten und genügend Flüssigkeit. Besonders beim Strandurlaub mit Kindern ist konsequenter Sonnenschutz wichtig. Wer Anzeichen einer Überhitzung bemerkt, sollte die betroffene Person in den Schatten bringen, kühlen und im Zweifel ärztliche Hilfe holen.

Magen-Darm-Beschwerden

Ungewohntes Essen, ein Wechsel des Trinkwassers oder mangelnde Hygiene können unterwegs auf den Magen schlagen. Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen klingen häufig nach ein bis zwei Tagen von selbst ab. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und dem Körper Ruhe zu gönnen. Regelmäßiges Händewaschen sowie Vorsicht bei rohen oder unzureichend gekühlten Lebensmitteln senken das Risiko. Halten die Beschwerden an oder kommen Fieber oder Blut im Stuhl hinzu, ist ärztlicher Rat gefragt.

Insektenstiche und Zecken

übertragung durch stechmücke
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Im Sommer sind Mücken, Wespen und andere Insekten unterwegs. Die meisten Stiche sind harmlos und jucken nur, können bei empfindlichen Menschen aber allergische Reaktionen auslösen. Kühlen lindert den Juckreiz. Bei starker Schwellung, Atemnot oder Kreislaufproblemen sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Ausflügen in Wald, Wiesen und hohes Gras spielen Zecken eine Rolle, etwa auf einer Wanderung durch Deutschland oder im Schwarzwald. Zecken können zwei Krankheiten übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose. Gegen FSME gibt es eine Impfung. Das Robert Koch-Institut weist die Risikogebiete vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Teilen von Hessen, Thüringen und Sachsen aus. Gegen Borreliose, die grundsätzlich in ganz Deutschland vorkommen kann, gibt es keine Impfung; sie lässt sich jedoch mit Medikamenten behandeln. Ein mögliches Warnzeichen ist eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle.

Zum Schutz helfen lange, helle Kleidung, Insektenschutzmittel und das Absuchen des Körpers nach dem Aufenthalt im Grünen. Eine entdeckte Zecke sollte möglichst bald entfernt werden. Wer nach einem Stich Fieber, Hautrötungen oder Gliederschmerzen bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Gesund reisen: Vorsorge und Reiseapotheke
  • Reiseapotheke packen: Schmerz- und Fiebermittel, etwas gegen Übelkeit, Durchfall und Sodbrennen sowie ein kleines Wund- und Pflasterset
  • Sonnenschutz mitnehmen: Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung und Sonnenbrille
  • Ausreichend trinken, vor allem an heißen Tagen und auf längeren Wanderungen
  • Insektenschutzmittel und lange, helle Kleidung für Wald- und Wiesengebiete einplanen
  • Nach dem Aufenthalt im Grünen den Körper nach Zecken absuchen
  • Persönliche Medikamente und den Impfpass mitnehmen; den Impfschutz rechtzeitig ärztlich prüfen lassen
  • Auf Hygiene achten: Hände regelmäßig waschen, für unterwegs ein Handdesinfektionsmittel bereithalten
  • Wichtige Nummern notieren: Notruf 112 und ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117
Allgemeine Orientierung, keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Viele Beschwerden lassen sich mit Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Mitteln aus der Reiseapotheke lindern. In folgenden Fällen ist ärztlicher Rat ratsam:

  • Hohes oder anhaltendes Fieber und Schüttelfrost
  • Starker oder länger als zwei Tage anhaltender Durchfall, besonders mit Blut
  • Kreislaufprobleme, Atemnot oder starke Schwellungen nach einem Stich
  • Ringförmige Hautrötung oder Gliederschmerzen nach einem Zeckenstich
  • Anhaltende oder ungewöhnlich starke Schmerzen

Im Notfall erreichen Sie den Rettungsdienst unter der Nummer 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 weiter. Weitere Ziele und Anregungen für Ihre nächste Tour finden Sie in unserem Überblick zu Reisen in Deutschland.

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