Mecklenburgische Seenplatte: Seenland und Wassersport in Mecklenburg-Vorpommern

Die Mecklenburgische Seenplatte, auch Mecklenburger Seenland genannt, ist das größte zusammenhängende Seengebiet Mitteleuropas. Sie liegt im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern und reicht mit ihren Ausläufern bis ins benachbarte Brandenburg. Wälder, Wiesen und unzählige Gewässer prägen eine weite, dünn besiedelte Landschaft, die sich gut für einen ruhigen Natur- und Wasserurlaub eignet. Wer Erholung abseits der großen Ostseebäder sucht, findet hier ein Reiseziel mit eigenem Charakter.

Mecklenburgische Seenplatte
Milka11, A19-Mecklenburgische Seenplatte, CC BY-SA 3.0
Mecklenburgische Seenplatte auf einen Blick
Lage
Südöstliches Mecklenburg-Vorpommern, mit Ausläufern bis ins benachbarte Brandenburg
Landschaft
Größtes zusammenhängendes Seengebiet Mitteleuropas, aus der Eiszeit geformt
Größter See
Müritz – der größte See, der vollständig in Deutschland liegt
Schutzgebiete
Müritz-Nationalpark am Ostufer der Müritz, im Norden die Feldberger Seenlandschaft
Beliebte Orte
Waren (Müritz), Röbel, Plau am See, Malchow, Neustrelitz, Neubrandenburg
Aktivitäten
Hausboot, Kanu und Kajak, Segeln, Angeln, Wandern und Radfahren
Anreise
Über die A24, A19 und die B96; Bahnverbindungen ab Berlin und Hamburg
Übersicht der Redaktion. Preise, Öffnungszeiten und Saisonzeiten legen die jeweiligen Anbieter fest und können sich ändern.

Seenland zwischen Müritz und Feldberg

Namensgebend und Mittelpunkt der Region ist die Müritz. Sie ist der größte See, der vollständig in Deutschland liegt; der Bodensee ist zwar größer, wird aber mit der Schweiz und Österreich geteilt. An das Ostufer der Müritz grenzt der Müritz-Nationalpark, eines der großen Schutzgebiete Deutschlands, in dem Buchenwälder, Moore und Seen weitgehend sich selbst überlassen bleiben. Im Norden schließt die Feldberger Seenlandschaft an, ein Naturpark mit klaren Seen und bewaldeten Hügeln. Wegen der vielen Gewässer trägt die Region seit langem den Beinamen Land der tausend Seen.

Schweingartensee im Müritz-Nationalpark
Palomala, Schweingartensee Mueritz-Nationalpark, CC BY-SA 4.0

Aus der Eiszeit geformt

Die Seenplatte ist ein Erbe der Eiszeit. Als sich die Gletscher zurückzogen, hinterließen sie die flache, von Senken durchzogene Landschaft mit ihren vielen Gewässern. Dauerhaft besiedelt wurde die Gegend erst im Mittelalter; davon zeugen noch heute Dörfer und kleine Städte mit ruhigem, historischem Kern. Überregional bekannt wurde die Region im 19. Jahrhundert, auch durch die Reisebeschreibungen von Theodor Fontane, dessen Schilderungen viele Gäste neugierig machten.

Anreise und Verkehr

Wegen der weiten Landschaft ist das Auto ein bequemes Verkehrsmittel. Aus Berlin führt der Weg über die A24 und die A19 oder über die Bundesstraße 96, aus Hamburg ebenfalls über die A24. Die größeren Städte sind zudem an das Bahnnetz angebunden: Von Berlin aus erreicht man mit dem Regional-Express unter anderem Neustrelitz, Neubrandenburg und Waren, Schwerin ist über eine weitere Linie angebunden. Innerhalb der Region verbinden Regionalbusse die kleineren Orte, sodass sich auch ohne eigenes Auto einiges entdecken lässt.

Wassersport, Hausboot und Kanu

Die Mecklenburgische Seenplatte ist vor allem ein Ziel für alle, die gern auf und am Wasser sind. Über Flüsse und Kanäle sind viele Seen miteinander verbunden, sodass sich ganze Reviere mit dem Boot erkunden lassen. Für Hausboote und kleinere Motorboote gibt es zahlreiche Verleihstationen. Auf einem großen Teil der Gewässer dürfen bestimmte Motorboote auch ohne regulären Bootsführerschein gefahren werden: Nach einer Einweisung stellt der Vermieter einen Charterschein aus, der zum Führen des gecharterten Bootes berechtigt. So kommen auch Einsteiger unkompliziert zu einem Urlaub auf dem Wasser.

Ruhiger unterwegs ist, wer mit Kanu oder Kajak paddelt. Die vielen verbundenen Seen und Flussläufe eignen sich für mehrtägige Touren ebenso wie für kurze Ausflüge. Wer lieber an Land bleibt, findet ein dichtes Netz an Rad- und Wanderwegen durch Wälder und entlang der Ufer. Auch zum Angeln ist die Region beliebt; in den ausgewiesenen Nationalparkzonen gelten allerdings besondere Schutzregeln.

Malchiner See bei Dahmen
Ch.Pagenkopf, Malchiner See bei Dahmen, CC BY-SA 3.0

Städte am Wasser

Der bekannteste Ort der Seenplatte ist Waren an der Müritz, ein guter Ausgangspunkt für Touren auf dem Wasser. Röbel liegt ebenfalls an der Müritz und lädt mit Fachwerkhäusern und Seepromenade zum Bummeln ein. Plau am See ist für seinen See und die kleine Altstadt bekannt. Sehenswert ist außerdem die Inselstadt Malchow am Malchower See, während sich Malchin am Kummerower See mit dem nahen Schloss Basedow für einen Abstecher anbietet. Größere Orte wie Neustrelitz und Neubrandenburg bieten Geschichte, Kultur und mehrere Museen, darunter Häuser zu Literatur, Technik und Regionalgeschichte.

Beste Reisezeit

Die meisten Gäste kommen im Sommer, wenn viele Seen zum Baden warm genug sind. Dann sind allerdings auch die Unterkünfte am stärksten gefragt und am teuersten. Ruhiger und oft günstiger ist der Herbst, wenn sich die Wälder verfärben und einzelne Seen bei mildem Wetter noch zum Bad einladen. Das Frühjahr eignet sich gut für Wanderungen und Radtouren, auch wenn die Gewässer zum Schwimmen noch zu kühl sind. Selbst der Winter hat mit stillen Wäldern und Weihnachtsmärkten seinen Reiz.

Wer die Seenplatte mit der Küste verbinden möchte, erreicht von hier aus in einigen Stunden die Ostsee. Die Inseln Rügen und Usedom liegen im selben Bundesland und lassen sich gut mit einem Aufenthalt am Wasser kombinieren.

Mehr zu Mecklenburg-Vorpommern und der Ostseeküste

Weiterführende Informationen