Reichsburg Cochem

Die Reichsburg Cochem thront auf einem kegelförmigen Bergsporn rund 100 Meter über der Mosel und ist schon von Weitem zu sehen. Sie gehört zur Stadt Cochem in Rheinland-Pfalz und zählt zu den bekanntesten Höhenburgen an der Mosel. Was Besucher heute sehen, geht allerdings nur zum Teil auf das Mittelalter zurück: Die Burg wurde im 17. Jahrhundert zerstört und erst im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut.

Reichsburg Cochem auf einen Blick
Lage
Auf einem kegelförmigen Bergsporn rund 100 Meter über der Mosel, oberhalb der Stadt Cochem (Rheinland-Pfalz)
Bautyp
Höhenburg mit weithin sichtbarem Bergfried
Ursprung
Erste Burganlage vermutlich um das Jahr 1000; unter den Staufern zur Reichsburg erhoben
Zerstörung
1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen niedergebrannt und weitgehend zerstört
Wiederaufbau
Ab 1868 im neugotischen Stil durch den Berliner Kaufmann Louis Ravené
Eigentümer
Seit 1978 im Besitz der Stadt Cochem
Besuch
Burgführungen, Ritteressen und saisonale Veranstaltungen wie die Burgweihnacht
Öffnung & Tickets
Aktuelle Öffnungs- und Führungszeiten sowie Eintrittspreise auf der offiziellen Website
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich – verbindliche Angaben bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.

Von der mittelalterlichen Burg zur Ruine

Die Ursprünge der Anlage reichen vermutlich bis um das Jahr 1000 zurück. In der Zeit der Staufer wurde Cochem zur Reichsburg erhoben und war damit unmittelbar dem König beziehungsweise Kaiser unterstellt. Über die Jahrhunderte wechselten die Herren der Burg mehrfach. Ihr Ende als mittelalterliche Festung kam im Pfälzischen Erbfolgekrieg: 1689 besetzten französische Truppen Cochem, steckten die Burg in Brand und zerstörten sie weitgehend. Über anderthalb Jahrhunderte blieb von der einst mächtigen Anlage nur eine Ruine.

Der Wiederaufbau durch Louis Ravené

1868 erwarb der Berliner Kaufmann Louis Ravené die Ruine und ließ sie im neugotischen Stil wieder aufbauen. Erhaltene Reste des alten Baus wurden dabei mit den romantisierenden Formen des 19. Jahrhunderts verbunden, wie sie damals für die Burgenbegeisterung an Rhein und Mosel typisch waren. Die Familie Ravené nutzte die Burg rund 75 Jahre als Sommersitz. 1942 ging sie an das Deutsche Reich über; seit 1978 gehört die Reichsburg der Stadt Cochem, die sie touristisch betreiben lässt.

Reichsburg Cochem auf dem Bergsporn ueber der Mosel
Foto: Steffen Schmitz (Carschten), Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE

Was Besucher erwartet

Besichtigen lässt sich die Burg vor allem im Rahmen von Führungen, die durch die historischen Räume leiten und einen Eindruck von der Wohnkultur des 19. Jahrhunderts vermitteln. Rund um die Burg lädt der von Louis Ravené angelegte Landschaftsgarten zum Spazieren ein; ein Serpentinenweg führt hinauf und gibt den Blick auf Cochem und die Moselschleifen frei. Über das Jahr verteilt finden regelmäßig Veranstaltungen statt – von Ritteressen in historischem Rahmen bis zur Burgweihnacht in der Adventszeit. Wer möchte, kann sich in der Burgkapelle sogar trauen lassen.

Anreise, Öffnungszeiten und Tickets

Cochem liegt an der Mosel zwischen Koblenz und Trier und ist mit dem Auto wie mit der Bahn gut erreichbar. Vom Ortszentrum führt ein Fußweg hinauf zur Burg; ein Teil der Strecke lässt sich auch mit einem Shuttle zurücklegen. Da sich Öffnungszeiten, Führungstermine und Eintrittspreise regelmäßig ändern, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Website der Reichsburg. Dort finden sich auch Hinweise zu Ritteressen, Sonderveranstaltungen und Buchungsmöglichkeiten.

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Weiterführende Quellen