Kindermuseum Wuppertal

Das Kindermuseum „Schaufenster Schule & Kinderkunst“ in Wuppertal-Langerfeld ist seit 2020 dauerhaft geschlossen. Über drei Jahrzehnte war es ein interaktives Mitmachmuseum für Kinder und Jugendliche, das mit dem Prinzip Learning by doing für Technik, Geschichte und Gesellschaft begeistern wollte. Ein Besuch ist heute nicht mehr möglich; dieser Beitrag fasst Geschichte und aktuellen Stand zusammen.

Kindermuseum Wuppertal: Fakten & Status
Ort
Villa Beckmannshagen, Beyeröhde 1, Wuppertal-Langerfeld
Träger
Förderverein „Kindermuseum Schaufenster Schule & Kinderkunst e. V.“
Gründung
Frühjahr 1986 durch Magret Beckmannshagen
Schwerpunkt
Interaktives Mitmachmuseum für Kinderkunst (Musikinstrumente, Postkarten-Archiv)
Status seit 2020
Dauerhaft geschlossen – Corona-Pandemie und ungesicherte Finanzierung
Heute
Kein Museumsbetrieb; Exponate eingelagert, Gebäude denkmalgeschützt
Stand: Redaktionsrecherche Juli 2026 nach oeffentlich verfuegbaren Quellen.

Gründung 1986 in der Villa Beckmannshagen

Gegründet wurde das Museum im Frühjahr 1986 von Magret Beckmannshagen. Sie unterrichtete an einer Förderschule im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld und hatte mit ihren Schülern über 100 Musikinstrumente gebaut. Als die Schule geschlossen wurde, brauchten diese Instrumente ein neues Zuhause – so entstand das Kindermuseum. Es zog in das Erdgeschoss der Villa Beckmannshagen, einer 1911 erbauten Fabrikantenvilla.

Villa Beckmannshagen in Wuppertal-Langerfeld, frueherer Sitz des Kindermuseums
Frank Vincentz, Wuppertal Langerfeld – Kindermuseum 02 ies, CC BY-SA 3.0

Wechsel in der Leitung

Auf die Gründerin Magret Beckmannshagen folgte der Grundschullehrer Klaus Alter als Leiter. Nach dessen Pensionierung übernahm Annette Harms das Projekt und betreute den Lernort in den letzten 13 Jahren. Getragen wurde das Museum vom Förderverein „Kindermuseum Schaufenster Schule & Kinderkunst e. V.“.

Selbstgebaute Musikinstrumente zum Ausprobieren

Das Museum zeigte Kunstwerke von Kindern für Kinder. Besichtigt wurde es im Rahmen einer Mitmachführung, die rund 90 Minuten dauerte. Viele der Klanginstrumente entstanden aus Sperrmüll und Alltagsmaterial und durften ausprobiert werden. Zu den bekanntesten Stücken zählten ein blauer Elefant als „längste Trompete der Welt“, gelbe Giraffen-Gitarren und grüne Trommel-Krokodile. Zum Abschluss einer Führung gab es oft ein gemeinsames Konzert.

Ein Archiv mit Kinder-Postkarten aus aller Welt

Im Archiv lagerten rund 32.000 Postkarten aus 71 Ländern. Kinder aus aller Welt hatten sie zu Themen wie „So wird meine Zukunft“ gemalt. In der Ausstellung waren jeweils etwa 1.000 dieser Einzelstücke zu sehen. Besucherkinder konnten selbst eine Karte beisteuern und die Sammlung so nach und nach erweitern.

Denkmalgeschuetztes Gebaeude des ehemaligen Kindermuseums Wuppertal
Frank Vincentz, Wuppertal Langerfeld – Kindermuseum 01 ies, CC BY-SA 3.0

Prominente Gäste und Kunstprojekte

Auch Kindergeburtstage ließen sich im Museum feiern, verbunden mit einem Rundgang durch die Ausstellung und einer Bastelaktion. Zu den Gästen zählte der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher; die Wuppertaler Künstlerin Annette Marx stellte im Rahmen eines gesponserten Kunstprojekts dort aus.

Schließung im Jahr 2020

Nach über 33 Jahren kam im Frühjahr 2020 das Aus. Mit der Corona-Pandemie fielen Museumsbesuche, Eintrittsgelder und Einnahmen aus Kindergeburtstagen weg. Die Finanzierung war schon zuvor schwierig: Der Zuschuss der Stadt Wuppertal deckte die laufenden Fixkosten nicht, und bereits 2019 waren die Besucherzahlen zurückgegangen. Eine Machbarkeitsstudie zeigte zudem bauliche Nachteile des Standorts, etwa die fehlende Barrierefreiheit. Die Leitung unter Annette Harms sah sich zur Schließung gezwungen.

Villa Beckmannshagen heute

Die Villa Beckmannshagen steht unter Denkmalschutz, ebenso das benachbarte Bergische Fachwerkhaus, das zum Familienbesitz gehörte. Die Obergeschosse werden seit 2002 anderweitig genutzt; 2023 wurden Dach und Fassade denkmalgerecht saniert. Die Exponate des Kindermuseums wurden nach der Schließung eingelagert. Ein Jahr danach wurde über ein neues Konzept nachgedacht – eine Wiedereröffnung ist bislang nicht bekannt. Öffnungszeiten oder Eintrittspreise gibt es nicht mehr, ein Besuch des Museums ist nicht möglich.

Weitere Ausflugsziele in NRW und für Familien

Was vom Kindermuseum Wuppertal geblieben ist

Das Kindermuseum „Schaufenster Schule & Kinderkunst“ in der Villa Beckmannshagen war über mehr als drei Jahrzehnte ein Mitmachort für Kinder: Gegründet 1986 von der Förderschullehrerin Magret Beckmannshagen aus über 100 selbstgebauten Musikinstrumenten, zeigte es später unter den Leitern Klaus Alter und zuletzt Annette Harms selbstgebaute Klanginstrumente zum Ausprobieren, ein Archiv mit rund 32.000 Kinder-Postkarten aus 71 Ländern und geführte Rundgänge, die oft mit einem gemeinsamen Konzert endeten. Zu den Gästen zählte auch der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher.

Im Frühjahr 2020 musste die Einrichtung nach über 33 Jahren schließen, nachdem coronabedingte Einnahmeausfälle bei Eintrittsgeldern und Kindergeburtstagen zu den bereits zuvor angespannten Finanzen hinzukamen; eine Machbarkeitsstudie hatte zudem bauliche Nachteile des Standorts gezeigt, darunter die fehlende Barrierefreiheit. Ein Besuch des Museums ist seither nicht mehr möglich. Die Exponate wurden eingelagert, eine Wiedereröffnung ist nicht bekannt. Die Villa Beckmannshagen selbst steht unter Denkmalschutz und wurde 2023 an Dach und Fassade saniert.

Wer sich für die Geschichte des Museums oder für vergleichbare Mitmachangebote für Kinder interessiert, findet in Wuppertal und im Umland andere aktive Ausflugsziele wie den Aquazoo Düsseldorf oder das Museum Insel Hombroich – für das Kindermuseum selbst bleibt nur die Rückschau auf ein inzwischen beendetes Kapitel.

Quellen und weiterführende Informationen