Inhaltsverzeichnis:
Das Kindermuseum „Schaufenster Schule & Kinderkunst“ in Wuppertal-Langerfeld ist seit 2020 dauerhaft geschlossen. Über drei Jahrzehnte war es ein interaktives Mitmachmuseum für Kinder und Jugendliche, das mit dem Prinzip Learning by doing für Technik, Geschichte und Gesellschaft begeistern wollte. Ein Besuch ist heute nicht mehr möglich; dieser Beitrag fasst Geschichte und aktuellen Stand zusammen.
Gründung 1986 in der Villa Beckmannshagen
Gegründet wurde das Museum im Frühjahr 1986 von Magret Beckmannshagen. Sie unterrichtete an einer Förderschule im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld und hatte mit ihren Schülern über 100 Musikinstrumente gebaut. Als die Schule geschlossen wurde, brauchten diese Instrumente ein neues Zuhause – so entstand das Kindermuseum. Es zog in das Erdgeschoss der Villa Beckmannshagen, einer 1911 erbauten Fabrikantenvilla.

Wechsel in der Leitung
Auf die Gründerin Magret Beckmannshagen folgte der Grundschullehrer Klaus Alter als Leiter. Nach dessen Pensionierung übernahm Annette Harms das Projekt und betreute den Lernort in den letzten 13 Jahren. Getragen wurde das Museum vom Förderverein „Kindermuseum Schaufenster Schule & Kinderkunst e. V.“.
Selbstgebaute Musikinstrumente zum Ausprobieren
Das Museum zeigte Kunstwerke von Kindern für Kinder. Besichtigt wurde es im Rahmen einer Mitmachführung, die rund 90 Minuten dauerte. Viele der Klanginstrumente entstanden aus Sperrmüll und Alltagsmaterial und durften ausprobiert werden. Zu den bekanntesten Stücken zählten ein blauer Elefant als „längste Trompete der Welt“, gelbe Giraffen-Gitarren und grüne Trommel-Krokodile. Zum Abschluss einer Führung gab es oft ein gemeinsames Konzert.
Ein Archiv mit Kinder-Postkarten aus aller Welt
Im Archiv lagerten rund 32.000 Postkarten aus 71 Ländern. Kinder aus aller Welt hatten sie zu Themen wie „So wird meine Zukunft“ gemalt. In der Ausstellung waren jeweils etwa 1.000 dieser Einzelstücke zu sehen. Besucherkinder konnten selbst eine Karte beisteuern und die Sammlung so nach und nach erweitern.

Prominente Gäste und Kunstprojekte
Auch Kindergeburtstage ließen sich im Museum feiern, verbunden mit einem Rundgang durch die Ausstellung und einer Bastelaktion. Zu den Gästen zählte der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher; die Wuppertaler Künstlerin Annette Marx stellte im Rahmen eines gesponserten Kunstprojekts dort aus.
Schließung im Jahr 2020
Nach über 33 Jahren kam im Frühjahr 2020 das Aus. Mit der Corona-Pandemie fielen Museumsbesuche, Eintrittsgelder und Einnahmen aus Kindergeburtstagen weg. Die Finanzierung war schon zuvor schwierig: Der Zuschuss der Stadt Wuppertal deckte die laufenden Fixkosten nicht, und bereits 2019 waren die Besucherzahlen zurückgegangen. Eine Machbarkeitsstudie zeigte zudem bauliche Nachteile des Standorts, etwa die fehlende Barrierefreiheit. Die Leitung unter Annette Harms sah sich zur Schließung gezwungen.
Villa Beckmannshagen heute
Die Villa Beckmannshagen steht unter Denkmalschutz, ebenso das benachbarte Bergische Fachwerkhaus, das zum Familienbesitz gehörte. Die Obergeschosse werden seit 2002 anderweitig genutzt; 2023 wurden Dach und Fassade denkmalgerecht saniert. Die Exponate des Kindermuseums wurden nach der Schließung eingelagert. Ein Jahr danach wurde über ein neues Konzept nachgedacht – eine Wiedereröffnung ist bislang nicht bekannt. Öffnungszeiten oder Eintrittspreise gibt es nicht mehr, ein Besuch des Museums ist nicht möglich.
Weitere Ausflugsziele in NRW und für Familien
- Museum Insel Hombroich in Neuss
- Duisburger Zoo
- Aquazoo Düsseldorf
- Gertrudenhof – Ausflugsziel für Familien im Kölner Raum
- 10 kreative Herbst- und Winterausflüge für Familien