Frauenkirche Dresden

Die Frauenkirche am Dresdner Neumarkt gehört zu den bekanntesten Bauwerken Sachsens. Die evangelisch-lutherische Barockkirche mit ihrer weithin sichtbaren Steinkuppel prägt seit dem 18. Jahrhundert das Bild der Dresdner Altstadt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Jahrzehnten als Ruine wurde sie originalgetreu wieder aufgebaut und gilt heute als Wahrzeichen der Stadt und als Symbol der Versöhnung.

Die Frauenkirche Dresden mit ihrer Steinkuppel vor blauem Winterhimmel
Netopyr, 100130 150006 Dresden Frauenkirche winter blue sky-2, CC BY-SA 3.0
Frauenkirche Dresden auf einen Blick
Lage
Am Neumarkt in der Altstadt von Dresden (Sachsen).
Typ
Evangelisch-lutherische Barockkirche, heute als „City-Kirche“ genutzt.
Architekt
George Bähr; Grundstein und Bau im 18. Jahrhundert.
Bauzeit
Errichtet zwischen 1726 und 1743.
Besonderheit
Große Kuppel aus Sandstein, wegen ihrer Form „Steinerne Glocke“ genannt.
Zerstörung
Bei den Luftangriffen im Februar 1945 ausgebrannt und eingestürzt.
Ruine
Blieb zu DDR-Zeiten über Jahrzehnte als Mahnmal erhalten.
Wiederaufbau
Originalgetreu von 1994 bis 2005; 2005 geweiht.
Heute
Wahrzeichen der Stadt und Symbol der Versöhnung; Aufstieg in die Kuppel möglich.
Angaben ohne Gewähr. Aktuelle Öffnungs- und Andachtszeiten sowie Eintritt für den Kuppelaufstieg bitte vorab bei der Frauenkirche prüfen.

Barocker Kuppelbau von George Bähr

Die Frauenkirche wurde zwischen 1726 und 1743 nach den Plänen des Architekten George Bähr errichtet. Sein Entwurf sah eine mächtige Kuppel aus Sandstein vor, während zunächst eine leichtere Konstruktion aus Holz und Kupfer im Gespräch war. Wegen ihrer geschwungenen Form und der glockenartigen Silhouette erhielt die Kuppel früh den Beinamen „Steinerne Glocke“. Als Vorbild für die Bauform gilt die Kuppelkirche Santa Maria della Salute in Venedig. Die schwere Steinkonstruktion belastete die tragenden Pfeiler stark und machte schon in den Jahrzehnten vor der Zerstörung wiederholt Sicherungsarbeiten nötig.

Zerstörung 1945 und die Ruine als Mahnmal

Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte die Frauenkirche aus und stürzte kurz darauf in sich zusammen. In der Zeit der DDR blieb der Trümmerberg über Jahrzehnte an Ort und Stelle liegen und wurde als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung erhalten. Erst um 1990 nahmen konkrete Pläne für einen Wiederaufbau Gestalt an.

Originalgetreuer Wiederaufbau von 1994 bis 2005

Für den Wiederaufbau wurde der Trümmerberg zunächst systematisch abgetragen. Viele der geborgenen Originalsteine wurden vermessen, katalogisiert, eingelagert und später wieder an ihrer ursprünglichen Stelle eingefügt; an den dunkleren Steinen im hellen Mauerwerk ist die alte Bausubstanz bis heute erkennbar. Getragen von Spenden aus dem In- und Ausland begann der eigentliche Wiederaufbau 1994; 2005 wurde die Kirche geweiht. Die vergoldete Turmhaube mit dem Kuppelkreuz entstand mit Unterstützung britischer Spender und wird als Zeichen der Versöhnung zwischen den einst verfeindeten Ländern verstanden. Rund um die Kirche wurde in den folgenden Jahren auch der historische Neumarkt mit seinen Bürgerhäusern wieder aufgebaut.

Besuch, Gottesdienste und Kuppelaufstieg

Heute wird die Frauenkirche als evangelisch-lutherische „City-Kirche“ genutzt und steht Besucherinnen und Besuchern offen. Den Kern des kirchlichen Lebens bilden die Gottesdienste sowie Mittags- und Abendandachten, die häufig von Orgelmusik begleitet werden. Ergänzt wird das Programm durch Orgelkonzerte, geistliche Konzerte und weitere musikalische Veranstaltungen. Die Unterkirche ist als Raum der Stille gestaltet. Über einen Aufstieg gelangt man zur Aussichtsplattform in der Kuppel, von der sich ein weiter Blick über die Altstadt und das Elbtal öffnet. Für Besichtigung und Kuppelaufstieg gelten je nach Gottesdiensten, Veranstaltungen und Saison unterschiedliche Zeiten; ein Blick auf die aktuellen Angaben vor dem Besuch lohnt sich.

Rund um die Frauenkirche in Sachsen

Die Frauenkirche lässt sich gut mit weiteren Zielen in Dresden und Sachsen verbinden. Wer die Region erkundet, findet in der näheren Umgebung sowohl Natur als auch historische Städte.

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